Betriebssicherheit

Prüfungen nach VDE und BGV

Als Arbeitgeber sind Sie seit dem 01.04.1979 verpflichtet, Ihre elektrischen Anlagen und Betriebsmittel einer Wiederholungsprüfung zu unterziehen. Die Betriebssicherheitsverordnung wendet sich an den Arbeitgeber und regelt die Bereitstellung von sicheren Arbeitsmitteln, Ausrüstungen und Betriebsmitteln sowie Anlagen und Maschinen.
Des Weiteren müssen Sie als Arbeitgeber laut § 5 des Arbeitsschutzgesetzes in Verbindung mit § 3 der BetrSichV die notwendigen Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung ermitteln.
In der TRBS 1203 wird von den zur Prüfung befähigten Personen eine kontinuierliche Prüferfahrung verlangt. Ein "normaler" Elektriker, der nicht permament mit der Prüfung von Arbeitsmitteln, Anlagen und Maschinen betraut ist, erfüllt nicht die Kriterien einer befähigten Person nach TRBS 1203.

Die Prüfungen der elektrischen Anlagen gemäß DIN VDE 0751-1, DIN VDE 0701-0702 und BGV A3 von speziell ausgebildeten Personal durchgeführt werden, das einer ständigen Weiterbildung unterliegt. Weiterhin dürfen für diese Prüfungen nur zugelassene, geprüfte und kalibrierte Messgeräte zum Einsatz kommen.

Jeder, der auf Grund seiner Qualifikation oder seiner technischen Ausstattung nicht in der Lage ist, die Dokumentation zu den o. g. Prüfungen und Maßnahmen sachgerecht durchzuführen ist gut beraten, die Hilfe qualifizierter Fachleute in Anspruch zu nehmen. Das Haftungsrisiko ist ansonsten nicht kalkulierbar. Der Betreiber ist für den Betrieb verantwortlich!

Gesetzliche Anforderungen

Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet den Arbeitgeber dazu, zu ermitteln, ob Gefährdungen für die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz bestehen und diese zu bewerten. Auf dieser Grundlage hat er die notwendigen Maßnahmen zu treffen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen. Diese Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG wird durch die Anforderungen der BetrSichV für die Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln konkretisiert.
Die Prüfung ortsveränderlicher und ortsfester Elektrogeräte, Anlagen und Betriebsmittel ist Pflicht. Der Gesetzgeber hat diese Vorschrift in das Siebte Sozialgesetzbuch (SGB VII) übernommen (§ 209 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII).

Die Prüfungen von Arbeitsmitteln waren bisher in der BGV A3 und der DIN VDE 0701-0702 starr festgelegt. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Technischen Regeln der Betriebssicherheit (TRBS) lösen die Verordnungen der Berufsgenossenschaften ab.
Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung legen wir mit Ihnen die jeweiligen Prüffristen für den Arbeitsplatz, Geräte und Umgebungen fest. Dies bedeutet zwar einen größeren Freiraum bei der Gestaltung des betrieblichen Arbeitsschutzes, gleichzeitig aber auch eine größere Eigenverantwortung.
Wir beraten hier nicht nur, sondern helfen Ihnen hier Ihr tägliches Risiko im Umgang mit Elektrischen Geräten und Anlagen zu minimieren, Gesetzmässigkeiten zu erfüllen und entsprechende Nachweise erbringen zu können.

Wer darf - und wer nicht...

An dieser Stelle muss man klar waren vor "Internet Abnahmen": Denn nicht jeder darf die Unterschrift unter dem Protokoll leisten und sich für die Sicherheit der geprüften Anlagen und Geräte verbürgen. In der zuständigen Norm steht ganz klar definiert wer berechtigt ist (rechtssichere) Freigaben und Abnahmen für Geräte und Anlagen im Elektrotechnischen Bereich zu erteilen. Nur eine ausgebildete, geprüfte und verantwortliche Elektrofachkraft darf derartige Prüfungen durchführen und am Ende auch die Anlagen und Geräte wieder in Betrieb nehmen.

Per Gesetz/Norm (DIN VDE 1000-10) sowie EN 50110-1:2008-09-01 ist dieses ausnahmslos:

a) Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zum Gesellen/Facharbeiter f. elektrotechnische Berufe
(in Verbindung mit entsprechender fachlicher Ausbildung im jeweiligen Sonderbereich und unter Aufsicht von (b) - (e))
b) Ausbildung zum Handwerksmeister als Elektrotechnikermeister bzw. Elektroinstallateurmeister,
c) Ausbildung zum Industriemeister für Elektrotechnik,
d) Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker für Elektrotechnik (Schwerpunkt beachten!),
e) Ausbildung zum Diplomingenieur, Bachelor oder Master im Bereich Elektro-/Energietechnik (auch hier Schwerpunkt beachten!)

Für die Inbetriebnahme oder Nachprüfung/Erweiterung und Wiederholungsprüfung ist für alle das Vorliegen des VDE Sicherheitsscheins essentiell und gefordert. Diesen kann gewöhnlich nur (b) beibringen.

Seit einiger Zeit behaupten "Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten" oder "elektrotechnisch unterwiesene Personen" gerne für Schnäppchenpreise die oben genannten Grundlagen auch bieten zu können. Diese Personenkreise sind aber per Definition und ganz egal was in den vermeindlichen Urkunden aufgeführt ist zu diesen Prüfungen und Freigaben/Abnahmen als auch Beurkundung nicht berechtigt. Es muss ganz klar gewarnt werden Personenkreise für die Abnahme von Sicherheitskritischen Bereichen zu wählen die in nur 80 Unterrichtsstunden meinen die Fähigkeiten mitbringen zu können, die jemand anderes in über 3 Jahren (3,5 Jahren) bzw. mehreren Semestern und weiteren Zusatzjahren erworben hat.
Die entsprechende Norm (Anhang A der VDE 1000-10) weist explizit darauf hin, dass es eine „Elektrofachkraft, die umfassend für alle elektrotechnischen Arbeitsgebiete ausgebildet und qualifiziert ist“, nicht gibt. Jede Elektrofachkraft gilt nur für das Gebiet, auf dem sie ausgebildet wurde, als solche und für andere Gebiete sogar als elektrotechnischer Laie.

In Deutschland sind nur Elektrofachkräfte berechtigt, elektrische Anlagen zu errichten, zu ändern oder instandzusetzen. Für Anlagen, die an das öffentliche Elektrizitätsversorgungsnetz angeschlossen sind – und dies sind nahezu alle, die mit 230/400 V betrieben werden –, muss die Elektrofachkraft zudem in das Installateurverzeichnis des Verteilungsnetzbetreibers (VNB) eingetragen sein oder die fachlichen Grundlagen dafür bieten.
Gesetzlich geregelt ist dies in der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Elektrizitätsversorgung in Niederspannung (kurz: Niederspannungsanschlussverordnung, NAV) vom 1. November 2006.

Kurz: Wir erfüllen die gesetzlichen Grundlagen und dürfen als Sachverständige und eingetragener Betrieb der Handwerkskammer diese Leistungen für Sie erbringen.

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